Schülerinnen und Schüler komponieren und entwickeln eine eigene Choreografie

Ein Theaterprojekt des Vereins Semiramis e.V. mit der Wilhelm Leuschner Schule, gefördert von Kunstvoll Kulturfonds Frankfurt RheinMain

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Mit einem neuen intensiven Format der Kulturvermittlung in der Schule sollen die Möglichkeiten der Teilhabe an bürgerlichen Kulturformen unterstützt werden. Dabei möchten wir besonders auf die Teilnahme von Kindern mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien hinwirken.

Schülerinnen und Schüler haben üblicherweise keinen Bezug zur Kunstform Komposition. Heute weiß man aber, dass gerade in der Kindheit und Jugend die Aufnahmefähigkeit für neue Klänge, überraschende musikalische Formate und klangliche Sinnzusammenhänge besonders ausgeprägt ist. Außerdem werden Erlebnisse aus dieser Zeit oftmals durch das ganze Leben mit Vertrautheit und Wohlgefühl assoziiert. Grund genug also, sich speziell den jungen Ohren zu widmen.

Ausgehend von ihren Alltagserfahrungen gehen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Komponisten Cornelius Hummel an die Arbeit. Nach einführenden Übungen der Wahrnehmung und Konzentration beginnt die eigentliche Kompositionsphase. Rhythmus, Stimmung, Dynamik- vielfältige Ebenen der musikalischen Gestaltung werden erforscht und umgesetzt. Als inhaltliches Material fungiert der Impuls „Zukunft“ als Vorlage für vielerlei Assoziationen und innere Bilder zum Thema.

Nach einer entsprechenden Einführung können die Schülerinnen und Schüler selbst auf „Klangfang“ gehen. Sie finden Stimmen, Geräusche, ob selbst produziert oder dem Alltag abgelauscht. Mit Unterstützung des erfahrenen Komponisten wird das gesammelte Material zu einer Komposition verwebt.

Im Anschluss an die Kompositionsphase entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine eigenständige Choreografie. Mit Hilfe von Valérie Sauer (Tänzerin und Tanzpädagogin) machen sie Erfahrungen mit authentischem Bewegungsmaterial und setzen diese erarbeiteten Möglichkeiten in Auseinandersetzung mit der zuvor geschaffenen Komposition um. Die konkrete Arbeit der Gruppe erfolgt in den Bereichen Sensibilisierung, sinnliches Erleben, Wahrnehmung, Koordination, Ausdrucksschulung, Entwicklung von Raumgefühl und Bühnenpräsenz. Das Tanzen und Bewegen bedeutet vor allem auch die Erfahrung des Miteinanders und die Freude der schöpferischen Eigenaktivität. Bewegungsimprovisation als Spiel bietet Spontaneität, aber auch Begrenzung durch den anderen: auf das Vertrauen und die Wertschätzung der anderen angewiesen zu sein, Neid und Rivalität auszuhalten, Gefühlen zu begegnen und sie mit Respekt vor anderen auszudrücken.

Am Ende entsteht eine rundum selbst geschaffene Tanzperformance, die vom ersten Klang bis zur letzten Bewegung von den Kindern erfunden wurde.

Mit Cornelius Hummel, Valérie Sauer und Priska Janssens